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WAN-Zugang
Kein Stiefkind
UMTS wird sich als Standard in der professionellen Vernetzung durchsetzen. Davon zeigt sich Christian Schallenberg, Leiter Produktmanagement bei Lancom Systems im Gespräch mit dem Forum Konvergenz & Wireless überzeugt. Der Hersteller hat bereits zwei Business-Router mit UMTS entwickelt.
Forum: Setzen Sie mit UMTS nicht auf eine eher exotische Technologie?
Schallenberg: Keinesfalls. Mit keiner anderen Technologie können Sie breitbandige Internetverbindungen vergleichbar flexibel und günstig absichern. In der Praxis müssen Sie sich das so vorstellen: Für viele unserer Anwender ist eine unterbrechungsfreie Anbindung wie von Filialen oder Außenstellen ein absolutes Muss. Bei einem Ausfall der DSL-Verbindungen ist aber keine Datenkommunikation nach draußen mehr möglich. Dies ist beispielsweise im vergangenen Jahr in den Tagen nach dem Orkan Kyrill so geschehen. Unsere Router bauen in einem solchen Fall über UMTS automatisch eine Ersatzverbindung auf.
Forum: UMTS ist also in Ihren Augen eine reine Redundanzlösung?
Schallenberg: Nein. UMTS leistet viel mehr als die bloße Absicherung von Kabelverbindungen. Der Zugang zum schnellen Internet ist zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Drahtgebundene Anschlüsse stehen jedoch längst nicht flächendeckend zur Verfügung. Diesen Mangel illustriert der Breitbandatlas der Bundesregierung sehr anschaulich. UMTS-Lösungen sind daher schon heute eine schnelle und wirtschaftliche Wahl für Unternehmen in Bereichen ohne Anschluss. Das gilt übrigens in ganz Europa. Denn hier hat sich UMTS im Gegensatz zu Wimax durchgesetzt.
Forum: UMTS als wirtschaftliche Alternative zum kabelgebundenen Highspeed-Zugang?
Schallenberg: Genau! Die Vernetzung über UMTS ist deutlich günstiger, als Anwender dies gemeinhin erwarten. Ab April dieses Jahres wird die Nutzung von UMTS für breitbandigen Internetanschluss und Standortvernetzung noch attraktiver. Dann tritt nämlich die von der Bundesnetzagentur beschlossene Entbündelung von DSL und Telefonanschluss in Kraft. Das heißt: Die bis dato existierende Zwangskopplung von DSL und ISDN oder analogem Telefon entfällt. Dann aber ist wahrscheinlich nur noch selten die Möglichkeit vorhanden, ein DSL-Backup über ISDN einzurichten. Viele Anwender werden daher UMTS mit HSDPA (High-Speed-Download-Packet-Access) oder Edge (Enhanced-Datarate-for-Global-Evolution) als schnelles Backup nutzen, um Ausfälle der Standardverbindung abzufedern. Dadurch steigt die Verfügbarkeit des Internet-Zugangs auf fast 100 Prozent. Zudem wird UMTS nochmals deutlich günstiger und mit bis zu 7,2 MBit/s-Downloadrate auch signifikant schneller.
Forum: Welche Auswirkungen wird diese Entbündelung in Ihren Augen langfristig haben?
Schallenberg: Wir glauben, dass sich UMTS mittel- bis langfristig als eine Schnittstelle für die professionelle Vernetzung durchsetzen wird. Dies liegt an den Kostenvorteilen und der schon jetzt flächendeckenden Verfügbarkeit von zumindestens Edge. Mit unseren UMTS-fähigen Router tragen wir dieser Entwicklung Rechnung.
Forum: Ist die Nutzung öffentlicher Funknetze in puncto Sicherheit nicht bedenklich?
Schallenberg: Nein. Unsere Router nutzen sowohl für die Kommunikation über Kabel als auch über Funk dieselben Sicherheitsmechanismen. Konkret heißt das: Anwender sollten ihre Geräte möglichst gut konfigurieren und alle verfügbaren Sicherheitsverfahren einschließlich IPsec-VPN, Stateful-Inspection-Firewall, Intrusion-Prevention und Denial-of-Service-Prevention nutzen. Dann können sie die Funkverbindung beruhigt für die tägliche Geschäftskommunikation inklusive sensibler Daten nutzen.
Foto: Christian Schallenberg, Leiter Produktmanagement, Lancom Systems